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Negativzins-Rechner

Euro
Euro
% p. a.
Euro
Jahre

Ergebnis

Kontostand nach Laufzeit --
Ausgangskontostand --
Einzahlungen gesamt --
Negativzinsen gesamt --
Kontostand ohne Negativzins --
Negativzinssatz --
Freibetrag --
Berechnungsmöglichkeiten

Was der Negativzins-Rechner berechnet

Der Rechner zeigt, wie sich ein Kontostand durch jährliche Negativzinsen verändert. Berücksichtigt werden der Ausgangskontostand, eine optionale monatliche Einzahlung, der Negativzinssatz, ein Freibetrag und die gewählte Laufzeit.

Kontostand nach Laufzeit

Das vorhandene Guthaben und alle Einzahlungen werden zusammengerechnet. Anschließend werden die modellierten Negativzinsen Jahr für Jahr abgezogen.

Negativzinsen gesamt

Alle Belastungen der einzelnen Berechnungsjahre werden addiert. Dadurch wird sichtbar, wie hoch das gesamte Verwahrentgelt über die Laufzeit ausfällt.

Einzahlungen gesamt

Die monatliche Einzahlung wird mit der Anzahl der berechneten Monate multipliziert und zum Ausgangsguthaben addiert.

Vergleich ohne Negativzins

Dieser Wert entspricht dem Ausgangskontostand zuzüglich aller Einzahlungen, jedoch ohne Abzug eines Verwahrentgelts.

Berechnungsmodell: Der Rechner wendet den Negativzins einmal pro Jahr auf das Guthaben oberhalb des eingegebenen Freibetrags an. Andere Abrechnungsintervalle oder Staffelungen eines konkreten Vertrags werden nicht automatisch nachgebildet.
Schwellenwerte verstehen

Freibetrag und Freigrenze sind nicht dasselbe

Der Rechner verwendet einen Freibetrag: Nur der Teil des Guthabens, der diesen Betrag übersteigt, wird mit dem Negativzinssatz belastet.

Freibetrag

Bei 80.000 Euro Kontostand und 50.000 Euro Freibetrag bilden nur 30.000 Euro die Berechnungsgrundlage.

80.000 − 50.000 = 30.000 Euro

Freigrenze

Bei einer echten Freigrenze kann das Überschreiten der Grenze andere Folgen haben. Ob dann das gesamte Guthaben oder nur der Mehrbetrag belastet wird, ergibt sich aus der konkreten Vertragsregelung.

Vor der Berechnung prüfen: Maßgeblich ist nicht allein die Bezeichnung im Preisverzeichnis. Entscheidend ist, auf welchen Guthabenbetrag der Vertrag den Zinssatz tatsächlich anwendet.
Formeln und Berechnung

Formeln für Negativzins und Endkontostand

Für jedes vollständige Jahr werden zunächst die monatlichen Einzahlungen addiert. Danach wird der Negativzins auf den Betrag oberhalb des Freibetrags angewendet.

Guthaben vor der Belastung

Bt = Kt−1 + 12 × R

Kt−1 ist der Kontostand nach dem vorherigen Jahr und R die monatliche Einzahlung.

Negativzins eines Jahres

Nt = max(0, Bt − F) × q

F ist der Freibetrag und q der Betrag des Negativzinssatzes als Dezimalzahl, beispielsweise 0,01 bei 1 Prozent.

Kontostand nach der Belastung

Kt = Bt − Nt

Direkte Formel ohne Einzahlungen

Bleibt das Guthaben während der gesamten Laufzeit oberhalb des Freibetrags, kann der Endkontostand auch direkt bestimmt werden.

Kn = F + (K0 − F) × (1 − q)n
Ngesamt = K0 − Kn
Zeichen
Bedeutung
Einheit
ZeichenK
BedeutungKontostand
EinheitEuro
ZeichenR
Bedeutungmonatliche Einzahlung
EinheitEuro
ZeichenF
BedeutungFreibetrag
EinheitEuro
Zeichenq
BedeutungBetrag des Jahreszinssatzes
Einheitzum Beispiel 0,01
Einzahlungen und Teiljahre

So behandelt der Rechner monatliche Einzahlungen

Zwölf monatliche Einzahlungen werden vor der Belastung eines vollständigen Berechnungsjahres zum Kontostand addiert. Dadurch kann das Guthaben einen Freibetrag im Laufe der Hochrechnung überschreiten.

Vollständiges Jahr

Einzahlungen pro Jahr = 12 × Monatsbetrag

Bei monatlich 100 Euro erhöht sich das Guthaben vor dem jährlichen Zinsabzug um 1.200 Euro.

Angebrochenes Jahr

Bleiben am Ende weniger als zwölf Monate, wird der Jahreszins zeitanteilig auf den dann belastbaren Betrag angewendet.

NTeil = max(0, B − F) × q × M / 12
Vereinfachung: Ein realer Vertrag kann den täglichen Durchschnittssaldo, einzelne Stichtage oder eine monatliche Abrechnung verwenden. Dann kann das tatsächliche Verwahrentgelt vom Rechnergebnis abweichen.
Geprüftes Beispiel

80.000 Euro, 1 Prozent und 50.000 Euro Freibetrag

Bei einem Kontostand von 80.000 Euro, einem Freibetrag von 50.000 Euro und einem Negativzinssatz von 1 Prozent werden im ersten Jahr nur 30.000 Euro belastet.

Negativzins im ersten Jahr = (80.000 − 50.000) × 0,01 = 300,00 Euro
Jahr
Kontostand vor Belastung
Negativzins
Jahr1
Kontostand80.000,00 Euro
Negativzins300,00 Euro
Jahr2
Kontostand79.700,00 Euro
Negativzins297,00 Euro
Jahr3
Kontostand79.403,00 Euro
Negativzins294,03 Euro
Jahr4
Kontostand79.108,97 Euro
Negativzins291,09 Euro
Jahr5
Kontostand78.817,88 Euro
Negativzins288,18 Euro

Kontostand nach fünf Jahren

78.529,70 Euro

Negativzinsen insgesamt

1.470,30 Euro
Kontrolliert: Die Werte stimmen centgenau mit dem Beispiel des verwendeten Referenzrechners überein.
Aktueller Kontext

Negativzinsen waren vor allem ein Thema der Niedrigzinsphase

Das Eurosystem führte 2014 einen negativen Zinssatz für die Einlagefazilität ein. Die geldpolitische Negativzinsphase endete im Juli 2022; ab September 2022 war der Einlagesatz wieder positiv.

Warum Banken Verwahrentgelte verlangten

Während der Negativzinsphase mussten Banken für bestimmte Einlagen beim Eurosystem negative Zinsen tragen. Einige Institute gaben einen Teil dieser Belastung als Verwahrentgelt an Kunden weiter.

Wofür der Rechner heute sinnvoll ist

Der Rechner eignet sich zur Kontrolle historischer Belastungen, zum Nachrechnen vorhandener Abrechnungen und für frei gewählte Zinsszenarien.

Nicht verwechseln: Ein negativer Nominalzins zieht Geld direkt vom Kontostand ab. Ein negativer Realzins entsteht dagegen, wenn die Verzinsung unter der Inflation liegt; der Kontostand kann dabei nominal trotzdem steigen.
Rechtslage und Einordnung

Verwahrentgelte prüfen und Ergebnisse richtig einordnen

Der Bundesgerichtshof entschied am 4. Februar 2025 über mehrere vorformulierte Klauseln zu Verwahrentgelten. Die geprüften Klauseln waren unwirksam, allerdings aus unterschiedlichen rechtlichen Gründen je nach Kontoart und Klauselgestaltung.

Spar- und Tagesgeldkonten

Bei den geprüften Spar- und Tagesgeldverträgen beanstandete der BGH die Entgeltklauseln wegen unangemessener Benachteiligung der Verbraucher.

Girokonten

Bei den geprüften Girokonto-Klauseln war insbesondere nicht hinreichend klar, welcher Guthabenstand und welcher Berechnungszeitpunkt für das Verwahrentgelt gelten sollten. Die Klauseln verstießen deshalb gegen das Transparenzgebot.

Keine automatische Rechtsprüfung: Ein rechnerischer Betrag allein beweist keinen Erstattungsanspruch. Vertrag, Kontoart, Klausel, Abrechnung, Verjährung und der konkrete Einzelfall müssen gesondert geprüft werden.

Geprüfte Quellen

Spar- und Tagesgeldkonten
Transparenz bei Girokonten
Ende der Negativzinsphase
Geldpolitische Einordnung
Stand: 30. Juli 2026. Der Rechner liefert eine mathematische Orientierung und keine individuelle Rechts- oder Finanzberatung.